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Kempinski

Leading schmeisst Atlantic Hamburg und Bristol Berlin raus

(Hamburg/Berlin, 26. Juni 2009) Schwarzer Freitag für Kempinski: Die beiden Häuser Atlantic Hamburg und Bristol Berlin sind vorerst keine „Leading Hotels of the World“ mehr. Die exklusive Maketingvereinigung mit Sitz in New York City schloss die unter erheblichen Renovierungsstau stehenden Hotels aus. Grund: mangelende Qualitätsstandards. Welche Mängel exakt zu diesem ungeheuren Vorgang führten, will man bei Kempinski ernst noch ergründen. Da die Sanierungsarbeiten im Atlantic Hamburg bereits im Gange seien und man für das Berliner Zweithaus (neben dem Adlon) mit dem Eigentümer über Renovierungen verhandele, dürfte es nur um einen temporären Ausschluss handeln, so eine Stellungnahme der Kempinski AG, Genf. Eine solche Entscheidung dürfte man sich im LHW-Hauptbüro nicht leicht gemacht haben, schließlich verzichtet man mit dem Zwangsausschluss auch auf Gebühren von mindestens 85.000 US-Dollar, die ein Mitgliedshaus im Jahr bezahlen muss. Umso schwerer wiegt der Rauswurf der beiden Hotels.

 

Hotel Atlantic Kempinski Hamburg
 

Besitzer beider Häuser ist die Octavian Hotel Holding GmbH, Neu-Isenburg, die von dem ehemaligen Kempinski-Manager Dieter Bock gelenkt wird. Bock hat mit seinem Pachtpartner Kempinski bereits mehrere Male Streitigkeiten ausgefochten – vor Jahren wollte er das Bristol Berlin zwangsräumen lassen, weil Kempinski strittige Pachtgebühren auf ein Treuhandkonto und damit nicht an ihn direkt bezahlt hatte. Der Streit wurde in der Öffentlichkeit ausgetragen, was dem Hotelbetrieb damals nicht gut tat.

Kempinski Hotel Bristol Berlin
 

Just im Hamburger Kempinski Hotel Atlantic kommt die Misere zu einem äußerst ungünstigen Moment. Das Management steht seit Monaten unter Druck, da die seit Jahren überfällige Sanierung sich verzögert und immer mehr Direktorenkollegen offen ihre Kritik an den Serviceleistungen äußern. Zwar gab die Octavian-Holding im September vergangenen Jahres bekannt, dass nun endlich eine Generalsanierung mit rund 22 Millionen Euro begonnen würde. Doch im Februar dieses Jahres musste man zurück rudern und kleinlaut bekannt geben, dass die Renovierung erst im Laufe des nächsten Jahres abgeschlossen werden könnte – aus Geldmangel.

Kempinski Hotel Bristol Berlin – Präsidentensuite
 

In das Bristol Berlin wurde im Winter für 5,5 Millionen Euro saniert, zumindest die 64 Zimmer im markanten „Turm“. Die Renovierungsarbeiten wurden Ende Mai abgeschlossen. Insgesamt wurden in den letzten drei Jahren mehr als 10 Millionen Euro in die Renovierung des Stammhauses der Kempinski Gruppe investiert. Highlight sind die beiden Deluxe-Suiten im zehnten und elften Stock des Gebäudes. Sie können zu einer Präsidenten-Suite mit rund 500 Quadratmetern Gesamtgeschossfläche zusammengelegt werden – der größten in Berlin.

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